blutige Nachtgespinste

An manchen Tagen wünschte ich mir, das ich mich nicht an jeden Traum erinnern würde. Ich beneide die Menschen, die morgens aufwachen und nichts mehr von ihren Nachtgespinsten wissen.
Doch ich vergesse nie, keinen einzigen Traum. Denn so viele waren es auch nicht, meistens sind es ein und die selben Träume die sich ständig wiederholen. Eher selten mal etwas neues.
Diese Nacht allerdings, Überraschung. Ein neuer Traum, einer der mir wahrscheinlich wieder mal so viel aus meinem kranken Hirn mitteilen möchte, den ich aber als nichts anderes sehe als eine Bestätigung meiner eigenen Meinung von mir.
Eine kleine Kostprobe?
Es war dunkel, zu dunkel als das einfach nur Licht fehlen würde. Wie tiefschwarze Leere ohne Wände, ohne Boden ohne Existenz, nur mit einem Kreis aus Helle um mich herum so das ich nur mich erkennen konnte. Und doch 'stand' ich in mitten dieser Leere. Es war warm oder eher gesagt, es war glühend heiß und roch nach... erwartet ihr nun Schwefel? :P nein, es roch nach Vanille und frisch angeschnittener Petersilie!
Ich sah an mir herunter und stellte dann fest, das ich ein langes, dunkelrotes Kleid trug, mit Cremefarbener Spitze überall. Atmen tat ich nicht, auch spürte ich keinen Herzschlag so wie sonst bei meinen Träumen. Wenn ich zb mal wieder maßenmordend durch die Gegend renne und mein Herz dabei wie wild pocht und sich mein Atem schier überschlägt. Doch diesmal nicht. Diesmal fühlte ich mich wie in einem toten Körper aber es war definitiv mein eigener.
Bevor ich mich auch nur einmal bewegen konnte erklang ein ekliger, schriller und schmerzender Schrei. Ich hielt mir die Ohren zu und ging auf die Knie. Es war als würde der Schrei Jahre anhalten und nie wieder verebben wollen und doch tat er es irgendwann. Ich nahm die Hände herunter und sah das sie voll Blut waren. Blut was mir aus den Ohren lief. Den Blick von meinen Händen abwendend, starrte ich mit einem mal auf... ja wie soll man es beschreiben? Auf einen Engel? Zumindest sah es so aus, es war keine Menschliche Erscheinung sondern eine Art Siluette eines Menschen, die gelblich schimmerte. Doch die grau melierten Schwingen waren real, sahen greifbar aus, als wären sie aus festem Material. Fleisch, Haut, Kochen, Blut und Federn, all dies. Die Stimme die sich erhob, brannte sich tief in meinen Kopf, es schmerzte. Die Worte wurden nicht gesprochen, dessen war ich mir sicher, sie fraßen sich direkt in meinen Geist hinein und drohten ihn wie ein tollwütiger Hund zu zerfetzen. 'Nun da es zuende ist, will ich dir einen Wunsch gewähren' riss es sich durch meine Gedanken und ich raffte mich auf um mir das Wesen vor mir genauer anzusehen. Ich spürte einen alten, tiefen und brodelnden Hass in mir und starrte 'es' die ganze Zeit nur an, bis es mich wieder auf die Knie riss. 'Nun, was soll es sein?' hörte ich und fauchte wütend auf. Es dauerte eine Zeit bis ich wieder aufstehen konnte und mein Kopf sich wieder etwas beruhigt hatte. 'Dann wünsche ich mir alles Gute für meine Familie, für meinen Freund und die, die mich trotz allem mögen' ich hatte nicht wirklich einen Gedanken an meine Worte verschwendet und auch danach hatte ich keine Zeit mich derer gewahr zu werden. Denn sofort erklang ein zischendes, schmerzhaftes Lachen was mich beinahe wieder auf die Knie zwang. 'Ein Dämon mit Reuhe? Das gab es nie und wird es auch nie geben. Sie endlich was du bist und handel danach!' in diesem Moment spürte ich ein Zucken an meinem Bein. Meine Hand glitt zum Rock des Kleides und griff etwas kaltes. Einen Dolch? Kurz nur sah ich ihn an und schleuderte ihn dann gen Richtung des Wesens. Natürlich flog er hindurch, konnte es nicht verletzen und doch bleib das Wesen kurz ruhig, als würde es nachdenken was da gerade geschehen war. 'Du willst das ich so handel wie es für mich typisch ist?' fragte ich leise und schon erklang die Stimme in meinem Kopf, voller Hohn und Sarkasmus 'Du kannst mich nicht töten!' Mein Blick ging gen meiner Füße, bevor ich dann losrannte 'Nein, kann ich nicht aber ich kann dir deine Flügel nehmen' Der Dolch war mit einem mal wieder in meiner Hand und fand seinen Weg in eine der Schwingen. Der Schrei welcher erhalte lies mir kurz Übelkeit innewohnen bevor ich merkte das es mein eigener war. Ich griff die Schwinge aus der seltsam weißes Blut floss und riss sie entzwei. Überall wo das Blut mich traf, fraß es sich in meine Haut und hinterlies stechende Schmerzen, doch das war mir in dem Moment egal. Ich zerriss auch die zweite Schwinge und wich dann zurück. In dem Moment wurde aus dem Wesen etwas greifbares. Menschliche Züge entschienen, ein junges Gesicht eines Mannes. Er kam mir so seltsam vertraut vor und blickte mich aus tiefblauen Augen an. Ich schüttelte den Kopf als er nun normal zu sprechen begann. 'Du hast...' weiter kam er nicht, denn bevor er aussprechen konnte, zog ich den Dolch aus einem der zerfetzten Flügel und rammte ihn dem Mann genau in die Stirn 'Ich hab garnichts!' Ich hatte nicht oft in meinem Leben ein Gefühl von Genugtuung in meinem Leib aber im Traum fühlte es sich genau so an, genau das spürte ich als er starb! Die Dunkelheit um mich herum zersplitterte wie ein Spiegel in den man einen Stein warf, die Scherben fielen einfach zu Boden und wichen einer normalen Welt wie ich sie kannte, einer Grauen Pampe aus Desinteresse und Gleichgültigkeit. Ich stand in einer Gasse, sie wirkte alt und nicht gerade gepflegt.Überall lag Müll herum und es roch wiederlich nach allem was man nicht riechen wollte. An einer Wand lehnte ein Mann, er wirkte wie ein gewöhnlicher Penner. Er sah mich aus müden Augen an, seine Pupillen weiteten sich und er wollte vor mir zurückweichen, doch seine Beine und der Alkohol nachdem er stank, hielten ihn davon ab. Sein Pech denn Sekunden später hielt ich sein Herz in der Hand und blickte auf den leblosen Körper hinab. Ich konnte richtig spüren wie ich lächelte. Ich lies das blutige Herz einfach neben ihn fallen und ging weiter. Ab hier war ich nicht mehr in meinem eigenen Körper, sondern sah mich nur noch die Gasse entlang gehen... tja und dann klingelte der Wecker. Wieder mal eine Nacht rienster Blümchenträume, willkommen in meiner Welt
29.3.12 20:07
 


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